
Wie entlang einer Reiseroute, führt die Ausstellung zu emblematischen Städten und Gegenden Italiens. Aus insgesamt vier Jahrhunderten werden antikisierende Ideallandschaften, zahlreiche Veduten von Städten und Plätzen oder Alltagsszenen im städtischen Raum gezeigt, die sämtlich den Sammlungen der Gallerie d’Italia (Museen der Bank Intesa Sanpaolo) entstammen. Den Bildern gemeinsam ist das südliche Licht, die Eleganz der Architektur, der Liebreiz der Landschaften und die Omnipräsenz der Antike, letztere zusätzlich in Szene gesetzt durch römisch inspirierte Skulpturen und authentische griechische Vasen aus Apulien.
Die Bilderreise durch Italien beginnt in Neapel: Gemälde und Aquarelle des 18. und 19. Jahrhunderts zeigen die berühmte Meeresbucht des Golfo di Napoli, die pittoreske Altstadt, römische Häuser aus Pompeji, aber auch überraschende Details wie eine der zahlreichen Grotten unter der Stadt. Gleichsam als Intermezzo widmet sich die Schau dann dem Genre der Capricci, d.h. fantasievollen Kompositionen antiker Ruinen oder bukolischer Landschaften, hier des 17. und 18. Jahrhunderts und aus der Hand sowohl italienischer wie auch niederländischer und französischer Malerinnen und Maler. Prachtvolle, großformatige Ansichten römischer Plätze entführen anschließend in die „ewige“ (Haupt-)Stadt, gemalt von Gaspar van Wittel (1652–1736), einem aus den Niederlanden stammenden Pionier des Genres der Veduten (Stadtlandschaften). Darauf folgen Ansichten der Stadt Florenz, eingebettet in die charakteristische Landschaft der Toskana, und auch hier begegnen wir mit dem Briten Thomas Patch (1725–1789) einem ausländischen Künstler, der über längere Zeit in Italien arbeitete. Mailand entdecken die Besucher dann kontrastreich als historisches Herrschaftszentrum und Industriemetropole des 19. und frühen 20. Jahrhunderts – mit u.a. einem Gemälde des bekannten Futuristen Umberto Boccioni (1882–1916). Weiter führt der Weg in die Lagunenstadt Venedig, von der seit dem 18. Jahrhundert zahlreiche Veduten angefertigt wurden, die zu den beliebtesten italienischen Stadtansichten zählen. Der wohl berühmteste Vedutenmaler, Giovanni Antonio Canal, gen. Canaletto (1697–1768), ist mit gleich drei Werken vertreten. Ein kleiner Exkurs erlaubt abschließend einen Blick auf die Nachbarstädte Venedigs, Udine und Verona.
Die Auswahl der vorgestellten Städte orientiert sich teilweise an den Standorten der vier Museen, welche die Gallerie d’Italia bilden: Mailand, Neapel, Turin und Vicenza. Am Ende der Schau können Besucher jedweden Alters in einem interaktiven Raum ihr eigenes Capriccio als digitale Collage aus Bildelementen der ausgestellten Werke kreieren; eine Malecke und eine Quiz-Broschüre runden das Angebot für Familien mit Kindern ab.
Luigi Bisi (1814-1945), View of the absidal complex of the Milan Cathedral, 1830-1835, oil on canvas, Intesa Sanpaolo Collection, Gallerie d’Italia – Milan
© Archivio Patrimonio Artistico Intesa Sanpaolo, photo: Paolo Vandrasch, Milan